Kunst

Rätselhafte Bilder von rätselhaften Menschen

Der amerikanische Fotograf Gregory Crewdson ist ein Meister des Augenblicks, zuständig für das hyperrealistische Stillleben.

Mit einem Aufwand, mit dem sonst Filme gedreht werden, hält er den Moment fest. Oft sieht der Betrachter viel Landschaft, eine Vorstadtsiedlung oder ein Dörfchen und irgendwo, manchmal erst nach einigem Suchen, den einen oder anderen Menschen. Sie sind Nebendarsteller wie Faller-Figuren in der Modelleisenbahn, die auch nur Beimaterial zum Bahnhof sind. Crewdson erzählt eine Geschichte und stellt immer die gleichen Fragen: Was ist gerade passiert? Was wird gleich geschehen? Seine Fotografien, zusammengestellt in der Auswahl "In a lonely place" (Hatje Cantz, 160 Seiten, 34 Euro), sind das Gegenteil der allgegenwärtigen Schnappschüsse und allein deshalb ein Genuss.