Verzögerungen

Das Deutsche Theater hofft auf eine Spielzeit ohne Baustellen

Die Eröffnung einer neuen Probebühne ist nicht unbedingt ein Termin, bei dem man Senatsbaudirektorin Regula Lüscher vermuten würde.

Weil aber in dieser Saison viel Geld in Kulturbauten investiert wird und nicht alle Baustellen Anlass zur Freude geben (so wird die Staatsoper erst ein Jahr später als geplant ins angestammte Haus zurückziehen), kann man die Zusage gut verstehen. Ein Wohlfühl-Termin. Da freut sich der Intendant, Schauspieler applaudieren und es wird ausgiebig auch der Senatsbauverwaltung gedankt.

Dabei lief auch bei diesem Bauvorhaben keineswegs alles nach Plan. Es hat viel länger gedauert. Der kalte Winter. Ein vertrautes Argument, das wurde schon als ein Grund für die Verzögerungen bei der Staatsopern-Sanierung angeführt. Glücklicherweise aber wurde unter dem Deutschen Theater kein Bunker entdeckt, das hätte sicherlich die Bauarbeiten bis in die nächste Spielzeit ausgedehnt. Und die Geduld der Mitarbeiter wohl überstrapaziert, das lässt Ulrich Khuon in seiner Rede anklingen. Der Intendant spricht von Feuchtigkeit, die sich bis in den Kostümfundus ausgebreitet habe und vom Kälteeinbruch - derweil sich Schauspielerin Margit Bendokat Luft zufächert.

Es ist ziemlich heiß an diesem Nachmittag, bei dem über 200 Menschen die Eröffnung der neuen Probebühne feiern. Die ist oberhalb des Magazins und damit im Haus des Deutschen Theaters untergebracht. Drei weitere sollen in einem Neubau im Hof errichtet werden. Aber erst später. Die Verbesserung der Probensituation war Teil von Khuons Vertragsverhandlungen. Derzeit sind entsprechende Bühnen in einem Gebäude in der Reinhardtstraße angemietet. Dafür muss das Deutsche Theater laut Klaus Steppat, dem geschäftsführenden Direktor, einschließlich Betriebskosten rund 250 000 Euro im Jahr zahlen. Ein Argument für einen zügigen Neubau, zumal der entsprechende Wettbewerb schon längst entschieden wurde. Für rund zehn Millionen Euro soll ein Entwurf des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner (gmp) realisiert werden. Ab Sommer 2012. Denn um den Mitarbeitern eine Verschnaufpause zu gönnen, soll die kommende Spielzeit baustellenfrei sein.