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Ich lese gerade ... Louise Erdrich: Schattenfangen

Peter Farber (57), Buchkantine, Essener Str. 11, Moabit: Louise Erdrich ist die Tochter einer Indianerin aus North-Dakota und eines Deutschen. Auch in ihren neuen Roman "Schattenfangen" streut sie den indianischen Hintergrund immer wieder ein. Beschrieben wird die Geschichte einer Ehe, die qualvoll zugrunde geht. Kunsthistorikerin Irene America hat ihren Beruf für ihren Mann und die drei Kinder aufgegeben. Einst war sie Muse und Modell ihres Mannes, des erfolgreichen Malers Gil LaRose. Als sie entdeckt, dass er heimlich ihre Tagebuchaufzeichnungen liest, legt sie ein zweites Tagebuch extra für ihn an und lanciert dort, dass sie ihn betrügt und verachtet. Das Buch setzt an einem Punkt ein, an dem es schon zu spät ist, um die Ehe noch zu retten. Die Genauigkeit und Konsequenz, mit der die Fremdheit der Geschlechter und die Sprachlosigkeit beschrieben werden, ist sehr gut erzählt und eingängig zu lesen.

Louise Erdrich : Schattenfangen. Suhrkamp Verlag, 239 Seiten, 17,90 Euro.