Filmfestspiele

Cannes vergibt Kurzfilm-Preis an Berliner Studentin

Bei den 64. Internationalen Filmfestspielen Cannes sind die ersten Preise vergeben worden. Eine Filmstudentin aus Berlin wurde an der Cote d'Azur für den besten Kurzfilm prämiert: Nachwuchsregisseurin Doroteya Droumeva bekam den mit 15 000 Euro dotierten Hauptpreis des Kurzfilmprogramms Cinéfondation für ihr 30-minütiges Werk "Der Brief", ihre erste größere Arbeit.

Der Preis ist gleichzeitig mit einer Einladung ihres ersten Langspielfilms zum Festival de Cannes verbunden.

Außerdem wurde der in Potsdam lebende Regisseur Andreas Dresen für sein bewegendes Krebsdrama "Halt auf freier Strecke" in Cannes ausgezeichnet. Der 47 Jahre alte Regisseur erhielt in der renommierten Nebenreihe "Un certain regard" den Hauptpreis der Sektion. Dresen teilt sich den Preis mit dem Koreaner Kim Ki-duk, der für sein autobiografisches Werk "Arirang" geehrt wurde.

Droumevas Kurzfilm handelt von der jungen Frau Maja. Deren Leben gerät durcheinander, als sie eines Tages zuhause durch einen Schnelltest mitbekommt, dass sie schwanger ist. Der Film untersucht die Situation aus ihrer Sicht. Und dann schreibt Maja einen geheimnisvollen Brief. Mit ihrer Psychostudie setzte sich Droumeva, die seit 2005 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin Regie studiert, gegen 15 weitere Filme von Studenten aus Asien, Amerika und Europa durch. Sie waren aus insgesamt rund 1600 Bewerbungen für den Nachwuchs-Wettbewerb ausgewählt worden. Die Kurzfilmpreise der Cinéfondation waren am Freitag von der Jury unter Vorsitz des französischen Regisseurs Michel Gondry ("The Green Hornet", "Vergiss mein nicht!") vergeben worden.

Preisträgerin Doroteya Droumeva, 1978 in Bulgarien geboren, kam 1999 nach Berlin, um Psychologie zu studieren. Schließlich wechselte sie ins Filmfach. Vor dem ausgezeichneten Film "Der Brief" war sie lediglich mit vier kleineren Produktionen in Erscheinung getreten. Im ersten Studienjahr drehte sie den Fünfminüter "Rauhe Sitten" sowie die knapp halbstündige Dokumentation "Gaganitza". Im Jahr darauf entstand "Kalin" und 2008 das 17-minütige Feature "Das Fest".

Der Österreicher Karl Markovics wurde in der Nebenreihe Quinzaine des réalisateurs für sein Regiedebüt "Atmen" ausgezeichnet. Der Spielfilm gewann den Preis "Europa Cinemas Label" als bester europäischer Spielfilm. Im Mittelpunkt vib "Atmen" steht ein 19-jähriger Freigänger einer Jugendstrafanstalt