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Weggefährten nehmen Abschied von Teofila Reich-Ranicki

Freunde und Weggefährten haben sich von der verstorbenen Ehefrau des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki, Teofila, bei einer Trauerfeier in Frankfurt am Main verabschiedet.

Zusammen mit rund 150 Gästen gedachten Reich-Ranicki und der gemeinsame Sohn des Paares, Andrew, auf dem Hauptfriedhof der Ende April im Alter von 91 Jahren gestorbenen Persönlichkeit.

Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) betonte in ihrer Ansprache, Tosia, wie Teofila genannt wurde, habe eine spezielle Herzlich- und Liebenswürdigkeit ausgestrahlt. Gemeinsam mit ihrem Mann sei das Ehepaar "ein Geschenk für die Stadt" gewesen. Neben Roth wiesen unter anderen der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, und der Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Frank Schirrmacher, auf das erlittene Leid und die Qualen Teofilas während der Nazi-Diktatur hin. Als Holocaust-Überlebende sei sie nicht an den Erinnerungen daran zerbrochen. Bekannt wurde Teofila Reich-Ranicki vor allem durch den Autobiografie-Bestseller "Mein Leben" ihres Mannes aus dem Jahr 1999. In ihm wird auch ihr Schicksal in den Vernichtungslagern der Nazis geschildert. Im gleichen Jahr machte sie als Künstlerin auf sich aufmerksam: Sie stellte Zeichnungen aus dem Warschauer Getto aus, die sie fünf Jahrzehnte unter Verschluss gehalten hatte.