KulturNews

Buch: Die skurrilen Ansichten des Chefs des Schriftstellerverbandes

Buch

Die skurrilen Ansichten des Chefs des Schriftstellerverbandes

Der Präsident des Schriftstellerverbandes PEN, Johano Strasser, hat die Flut an literarischen Neuerscheinungen kritisiert. Es gebe eine Überfütterung der Öffentlichkeit mit Literatur, sagte er anlässlich der PEN-Jahrestagung. Viele Leser seien von diesen Unmengen überfordert und fänden sich nicht mehr zurecht. "Sie stolpern in die Buchhandlungen, sehen in der Ecke einen großen Stapel liegen irgendwelcher fragwürdiger amerikanischer Literatur, hastig übersetzt ins Deutsche, und greifen da zu - und vergessen, dass es so viel gute Literatur in Deutschland gibt, die nie auf so einen Stapel gerät." Strasser wünscht sich deshalb weniger Masse und dafür mehr Qualität: "Das Wichtigste wäre, dass die Verlage nicht nur die Marketingabteilung ausbauen, sondern auch das Lektorat - dass da Leute sitzen, die Texte mit Verstand beurteilen und die nicht nur nach Marktgesichtspunkten sagen, dass könnte was werden, weil die Leser im Augenblick an einem Thema interessiert sind." Schade, dass Strasser nicht gleich explizit die Einführung einer Geschmackspolizei forderte.

Kunst

Ai Weiwei zum Mitglied der Akademie der Künste gewählt

Die Akademie der Künste in Berlin setzt ein Zeichen für Ai Weiwei: Sie hat den chinesischen Künstler am Sonnabend im Rahmen ihrer Frühjahrs-Mitgliederversammlung zu ihrem Mitglied gewählt. Die Akademie hofft nach eigenen Angaben, dass diese Entscheidung dem Künstler mitgeteilt werden kann. Der regimekritische Ai war Anfang April auf dem Pekinger Flughafen festgenommen worden. Akademie-Präsident Klaus Staeck hatte seine Freilassung gefordert. Beim Wahlantrag sei der internationale Rang des Künstlers betont worden. "Es ist nicht nur Solidarität, sondern wir haben ihn als bedeutenden Künstler gewählt", unterstrich Staeck. Es stehe außer Frage, dass Ai Weiweis Festnahme im Zusammenhang mit seinem Engagement für die Menschenrechte und seinen Protesten gegen die Zerstörung von Umwelt und Geschichte zu sehen sei, betonte die Akademie.

Bibliotheken

Bernd Neumann will mehr Digitalisierung, aber nicht zahlen

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat sich für eine umfassende Digitalisierung von Kulturgut ausgesprochen und will diese durch Kooperationen von öffentlichen Einrichtungen und der Privatwirtschaft finanzieren lassen. "Für den Wissenserhalt und die Erweiterung des Zugangs spielt die Digitalisierung eine ganz wesentliche Rolle", sagte der CDU-Politiker. Der Finanzbedarf dafür übersteige in den nächsten Jahren aber bei weitem das, was Bund, Länder und Kommunen gemeinsam leisten könnten. "Ich stehe deshalb einer Kooperation öffentlicher Einrichtungen mit der Privatwirtschaft durchaus aufgeschlossen gegenüber", betonte Neumann.

Kunst

Künstler verwandeln italienische Botschaft in Berlin in Galerie

Die italienische Botschaft in Berlin wird zum Schaufenster der Kunst. Vom 17. Mai bis 6. November wird das Gebäude am Tiergarten Werke junger italienischer und mit Italien verbundener deutscher Künstler ausstellen, wie die Botschaft mitteilte. Unter anderem werden Werke von Via Lewandowski, Christian Niccoli und Luca Trevisani gezeigt. Zum ersten Mal werden auch im Hof und in der Krypta des Gebäudes Kunstwerke ausgestellt. Die Botschaft wird zu einer echten Kunst-Galerie.