Solidarität mit Ai Weiwei

Monika Grütters gegen Abbruch der Pekinger Ausstellung

Die Vorsitzende des Bundestags-Kulturausschusses, Monika Grütters, lehnt einen Abbruch der deutschen Ausstellung zur "Kunst der Aufklärung" in Peking ab. "Wir sind der letzte Strohhalm der Menschen in China und brauchen den Mut, standhaft zu bleiben", erklärte sie am Montag in Berlin.

Die CDU-Politikerin wandte sich damit gegen eine anderslautende Forderung des Deutschen Kulturrats, der sich nach der Verhaftung des Künstlers Ai Weiwei durch die chinesischen Behörden für Sanktionen ausgesprochen hatte. "Ich glaube, dass die Chinesen wissen, dass sie damit einen Schritt zu weit gegangen sind", fügte Grütters hinzu. Auch ohne Abbruch der Ausstellung würden sich bereits jetzt schon andere Länder überlegen, ob sie ähnliche Projekte mit dem Pekinger Regime vereinbaren sollten. Statt eines Abbruchs könnte überlegt werden, das Begleitprogramm zur Disposition zu stellen. "Das wäre auch ein Zeichen und leichter zu bewerkstelligen."

Die Ausstellung "Kunst der Aufklärung" der drei Staatlichen Museen in Berlin, München und Dresden wurde am 1. April in Peking von Bundesaußenminister Guidon Westerwelle (FDP) eröffnet. Sie soll ein ganzes Jahr im National Museum of China am Platz des Himmlischen Friedens in Peking zu besichtigen sein. Kurz nach der Eröffnung wurde der Konzeptkünstler Ai Weiwei festgenommen.