Kulturpolitik

Bühnenverein gegen ein Theater-Verbot am Karfreitag

Der Deutsche Bühnenverein hält es angesichts der heutigen gesellschaftlichen Realitäten für unvertretbar, Theater-Aufführungen am Karfreitag wegen ihres unterhaltenden Charakters zu untersagen.

Weder das Fernsehen noch die meisten Radioprogramme würden Rücksicht auf den christlichen Anlass des Karfreitags legen, heißt es in einer Mitteilung des Bühnenvereins in Köln. Im Privatfernsehen liefen Unterhaltungs- und Actionfilme, die öffentlich-rechtlichen Sender zeigten ihr übliches Programm mit Krimis, Dokumentationen, Filmen und Talkshows. Wolle man ernst machen mit der christlichen Tradition des Karfreitags, müsse eine einheitliche Lösung gefunden werden, die für Radio und Fernsehen genauso gelte wie für alle öffentlichen Veranstaltungen.

Vor allem in Nordrhein-Westfalen ist es in den letzten Wochen zu Diskussionen unter anderem bei den Kirchen und der Partei der Grünen über einzelne für den Karfreitag angesetzte Theateraufführungen gekommen. So war etwa die Aalto-Oper in Essen gezwungen, eine Premiere von Puccinis "Madame Butterfly" zu verschieben. In Düsseldorf hatte das Theater an der Kö seine Karfreitags-Vorstellung absagen müssen.