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Presserat weist DuMont-Beschwerde gegen Springer ab

In der Affäre um den Verlagserben Konstantin Neven DuMont hat der Deutsche Presserat eine Beschwerde des Kölner Medienhauses M. DuMont Schauberg gegen den Verlag Axel Springer abgelehnt. Bei der Berichterstattung von "Bild" und "Bild Online" sei insgesamt keine Kampagne des einen Verlages gegen den anderen zu erkennen, schreibt das Selbstkontrollorgan der deutschen Presse in seiner Begründung.

Gegenstand der Beschwerde waren Artikel über den Konflikt von Konstantin Neven DuMont mit seinem Vater Alfred, die im vergangenen Herbst erschienen. Der Kölner Verlag warf Springer eine Kampagne vor, die mit einer seriösen Berichterstattung nichts zu tun habe und teilweise unwahre Behauptungen enthalte. Springer wolle einen Wettbewerber öffentlich schädigen.

Der Presserat stellte in den Artikeln jedoch keine Verletzung des Pressekodex, insbesondere der journalistischen Sorgfaltspflicht, fest. "Sämtliche Artikel berichten aktuell über die öffentlich getätigten Äußerungen Konstantin Neven DuMonts und nehmen kritisch zu der Entwicklung der Auseinandersetzungen zwischen Sohn und Vater der Verlegerfamilie Stellung", erklärte der Presserat. Über das Thema sei in sämtlichen Medien sehr intensiv berichtet worden.

M. DuMont Schauberg ist nach Auflagenzahlen die drittgrößte Zeitungsgruppe in Deutschland, Marktführer ist Springer. Die beiden Verlage konkurrieren insbesondere auf den Märkten in Berlin, Hamburg und Köln. DuMont hatte 2009 einen Gewinneinbruch von rund 96 Prozent verbucht. Konstantin Neven DuMont war Mitte Oktober wegen einer Auseinandersetzung mit dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier in die Kritik geraten, bei der es um anonyme Blog-Kommentare ging. Ende Januar einigte sich Konstantin Neven DuMont mit dem Verlag darauf, dass er zum 30. Juni einvernehmlich aus dem Unternehmen ausscheidet. Er bleibt aber Gesellschafter.