Reportage

Katrina oder die Unruhe nach dem Sturm von 9/11

Das "Wunderkind der guten Absicht" haben sie ihn genannt: Dave Eggers, der erst einen Bestseller über seine Jugend schrieb, dann einen kaum lauwarmen Roman und sehr durchwachsene Erzählungen und schließlich seine Rolle als prominenter "Ghostwriter" fand.

In "Weit gegangen" erzählte Eggers die wahre Geschichte des sudanesischen Flüchtlingskindes Valentino Achak Deng, und Eggers' neues Buch schließt eben dort an: Wieder stellt sich Eggers in den Dienst eines Menschen, der etwas zu erzählen hat. Der syrische Immigrant Abdulrahman Zeitoun hielt in New Orleans dem Hurrikan Katrina stand - nur um in der Unruhe nach dem Sturm festgenommen und grundlos inhaftiert zu werden.

Eggers' Reportage "Zeitoun" spannt den Bogen vom 11. September 2001 bis zur Katastrophe von New Orleans und erzählt die Geschichte eines zutiefst verunsicherten Amerika von innen.

Dave Eggers Zeitoun. a. d. Engl. v. Klaus Timmermann u. Ulrike Wasel. Kipeneheuer & Witsch, Köln. 336 S., 19,95 Euro