Lehrauftrag

Ai Weiwei soll Udk-Professor in Berlin werden

Der vor knapp zwei Wochen in China festgenommene Künstler Ai Weiwei soll eine Professur an der Universität der Künste in Berlin erhalten. Das Berufungsverfahren "mit allen kulturpolitisch-diplomatischen Abstimmungen" laufe bereits seit Dezember, berichtete der"Tagesspiegel".

Über die Ausgestaltung und Finanzierung der Professur wollte die Hochschule zunächst keine näheren Angaben machen. Beraten wurde die Hochschule von dem dänisch-isländischen Künstler Olafur Eliasson, der ein Freund Ais ist und bereits an der Universität der Künste lehrt - und international bekannt ist. Offenbar soll Ai Weiweis Professur mit den Aktivitäten einer Wissenschafts-Stiftung zusammenhängen.

Der chinesische Regimekritiker Ai wurde am 3. April in der Volksrepublik festgenommen, als er nach Hongkong ausreisen wollte. Die chinesischen Funktionäre werfen ihm Wirtschaftsvergehen vor. Weiweis Festnahme erfolgte nur zwei Tage nach einem China-Besuch von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), der zur Eröffnung der Ausstellung deutscher Museen über die "Kunst der Aufklärung" nach Peking gereist war. Nach Angaben von Museumsmitarbeitern besuchen täglich zwar rund 8000 Besucher das Museum, davon gingen aber werktags nur etwa 200 in die Aufklärungsausstellung, am Wochenende ungefähr 400. Wegweiser gibt es nur für das antike China und die Propagandaschau "Der Weg der Wiederauferstehung" des Landes unter der weisen Führung der Kommunistischen Partei. Der große Katalog der Ausstellung, der Besuchern die Gedankenwelt der Aufklärung vermitteln will, wird im Museumsshop nicht öfter als zweimal am Tag verkauft. Der Katalog koste allerdings umgerechnet 115 Euro.