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Kulturpolitik: Herta Müller kritisiert Aufklärungs-Ausstellung

Kulturpolitik

Herta Müller kritisiert Aufklärungs-Ausstellung

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller hat nach der Festnahme des regimekritischen Künstlers Ai Wei Wei scharfe Kritik an der deutschen Ausstellung "Kunst der Aufklärung" in Peking geübt. "Es kommt mir vor, als würde die deutsche Kulturpolitik regelrecht winseln um Anerkennung durch China", sagte die 57-Jährige dem "Focus". "Ich verstehe nicht, weshalb es die Deutschen sein müssen, die als Allererste Werke für eine Ausstellung in diesem Museumsklotz liefern, der doch nur ein Prestigeobjekt des Regimes ist." Die Bilder seien nun "Dekoration für eine Propagandashow eines autoritären Regimes". Gleichzeitig hat der Architekt Meinhard von Gerkan, Baumeister des neuen chinesischen Nationalmuseums, in dem die Ausstellung zu sehen ist, dem "Spiegel" gesagt, er würde auch weiterhin Symbolbauten in China erstellen. "Sich hinzustellen und zu brüsten: "Ich baue nicht, also mache ich nichts falsch", halte ich für weltfremd und unglaubwürdig", sagte er. Das Nationalmuseum steht am Platz des himmlischen Friedens, wo 1989 der Volksaufstand blutig niedergeschlagen wurde. Einen Zusammenhang sieht Gerkan nicht: "Der Platz spielte keine Rolle."

Musik

Stockhausen-Oper in Köln posthum uraufgeführt

Vier Jahre nach dem Tod des Komponisten Karlheinz Stockhausen wurde nun in Köln erstmals seine Oper "Sonntag" auf die Bühne gebracht. Bisher galt das Werk als unaufführbar, es verlangt unter anderem zwei parallel zu bespielende Bühnen. Weil kein Opernhaus dafür geeignet ist, wurde "Sonntag" auf dem Messegelände gezeigt. Die Oper ist der Abschluss von Stockhausens "Licht"-Zyklus, an dem er 26 Jahre lang arbeitete. Er besteht aus sieben Opern, die jeweils den Namen eines Wochentages tragen. Der Sonntag ist Gott gewidmet, religiöse Verehrung ist das Thema der Oper.

( BM )