Gedenken

Filmregisseur Sidney Lumet mit 86 Jahren gestorben

"Auch wenn es das Ziel aller Filme ist, zu unterhalten", hat Sidney Lumet (Foto) einmal geschrieben, "die Art von Kino, an den ich glaube, geht einen Schritt weiter. Es regt das Denken an und hält die mentalen Säfte im Fluss."

So ist der Filmregisseur auch in seinen eigenen Werken verfahren. Lumet, 1924 in Philadelphia geboren, hat New York stets Hollywood vorgezogen und echte Locations künstlichen Studiobauten. Am berühmtesten wurde er durch ein Kammerspiel, das einen Raum nie verließ und seine Spannung einzig aus einem gruppendynamischen Prozess bezog: "Die 12 Geschworenen". Dieses Debüt öffnete Lumet 1956 alle Tore im Filmbusiness. In Filmen wie "Network", "Hundstage" oder "Serpico" blieb er seinen sozialkritischen Themen und seinen atmosphärisch stimmigen Sets treu. Immer wieder ging es um Korruption, Vorurteilen und Verrat, aber auch um Zivilcourage. Noch vor vier Jahren, mit 82, hat er "Tödliche Entscheidung" mit Philip Seymour Hoffman und Ethan Hawke gedreht. Es wurde sein Vermächtnis. Am Samstag ist der Regisseur in seinem Haus in Manhattan gestorben. Die Ursache ist noch unbekannt.