Bildband

Villa Massimo in Rom: Der Sehnsuchtsort vieler Künstler

Wir wollen hier nicht anfangen, von Arkadien zu schwärmen oder gar von Dolce Vita.

Ein lauschiges Wohnstudio zwischen Zypressen, Zedern, Magnolien und einer plätschernden Brunnenfigur unter dem sonnensatten Himmel von Rom? Hört sich wirklich nach paradiesischen Zuständen an. Ist es auch. Zumindest für Künstler aller Genres, egal ob Literaten, Musiker, Maler oder Architekten, wenn sie hier ein Stipendium für einige Monate oder gar ein Jahr ergattert haben. Die Villa Massimo ist Sitz der Deutschen Akademie Rom, größte staatlich geförderte Kreativstube begabter deutscher Künstler und beliebtes Aushängeschild schöpferischer Vielfalt.

Beim "praktischen Stipendium" können sich neuerdings auch "Handwerker" bewerben. Glück hatte 2008 der bayerische Bäcker Josef Wagner; die Filmregisseurin Doris Dörrie soll ihn vermittelt haben. In Rom kam er mit 300 Kilo Mehl bewappnet an, samt Brezelsalz und Kürbiskernen. Es gab wohl mehr als Ciabatta. All dies und vieles mehr versammelt dieser schöne Bildband, der nun aus Anlass des 100. Geburtstag der Villa erschien. Schriftsteller wie Julia Franck und Ingo Schulz beschreiben ihren Sehnsuchtsort. Georg Baselitz verewigt gestenreich seine italienischen Skizzen auf Papier. Wir jedenfalls könnten schnell unsere Koffer packen.

Joachim Blüher (Hg): Villa Massimo. Deutsche Akademie Rom 1910-2010. , 340 S. 48 Euro.

( GW. )