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Ich lese gerade ... Hubertus Meyer-Burckhardt: Die Kündigung

Jockel Tschiersch (53), Schauspieler, Kabarettist, Autor: Ich habe Hubertus Meyer-Burckhardts Romandebüt "Die Kündigung" beim Stöbern in einer Buchhandlung entdeckt. Da man Meyer-Burckhard eigentlich als NDR-Talker kennt, dachte ich mir, ich will mal sehen, was er da macht. Er erzählt, wie Top-Manager Simon Kannstatt gekündigt wird, nicht weiter weiß und in der Mitte seines Lebens überhaupt keine Ahnung hat, wer er wirklich ist. Kannstatt tut erst mal so, als wäre nichts geschehen,

will dann aber seinen Ex-Chef umbringen. Ich hätte die Geschichte Meyer-Burckhardt so nicht zugetraut und habe das Gefühl, da musste was raus. Hier wird sehr lust- und genussvoll auf hohem Niveau die Gesamtzertrümmerung eines Lebensentwurfs zelebriert. Im echten Leben macht das keinen Spaß, auf literarischer Ebene schon. Da ich ein Freund des Komischen, aber nicht des Lustigen bin, hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Hubertus Meyer-Burckhardt: Die Kündigung, Ullstein Verlag, 160 Seiten, 18 Euro.