Konzert

Selten finden Dirigent und Pianist so elegant zusammen

Der Pianist Emanuel Ax und der Dirigent Alan Gilbert, Chef der New Yorker Philharmoniker, sind ein Traumgespann. Mit den Berliner Philharmonikern gaben sie ein denkwürdiges Konzert, in dessen Mittelpunkt Mozart stand: seine Klaviersinfonie Es-Dur KV 482, die über die Begrenzungen herkömmlicher Klavierkonzerte weit hinausfliegt.

Ax hat gelernt zuzuhören, er spielt mit dem Orchester und nicht gegen dessen Musiker an. Es setzt unter Gilberts befeuernder Leitung eine Mozartinterpretation voller Lebendigkeit, Eleganz und feinfühliger Schlagkraft. Ax ist ein Virtuose, der sich einem Werk unterzuordnen versteht, dabei spielt er immerfort aus dem Vollen einer Musizierlust, die leichthändig und geradezu jubilierend mit sich und Mozart im Reinen ist. Das wird besonders deutlich im versunkenen Andante des 2. Satzes, einem wahren Glaubensbekenntnis an die Kunst, weltabgewandt, originell, strotzend vor zarter Kühnheit. Selten hat man Mozart mit zartem Nachdruck gehört.

Mit den "Sieben frühen Liedern" von Alban Berg hatte Christianne Stotijn das Programm eröffnet. Gilbert beschloss es in voller dreiviertelstündiger Länge mit der Ballettmusik zum "Feuervogel" von Igor Strawinsky: einer musikalischen Märchenerzählung der tausend Nuancen zwischen Tongeflüster und Weltuntergang. Nach dem Schlussakkord schien die Philharmonie vor Bewunderung schier zu bersten.