Benefizkonzert

Simon Rattle und Daniel Barenboim dirigieren für Japan

Mag sein, dass zu diesem Benefizkonzert mehr japanisches Publikum als sonst in die Philharmonie kam.

Möglicherweise achtete man diesmal nur stärker darauf und es waren genau so viele wie immer, denn japanische Musikstudenten und Klassikliebhaber sind bekanntlich treue Besucher. Wie es überhaupt eine jahrzehntelange Verbindung zwischen den Berliner Philharmonikern wie auch der Staatskapelle Berlin mit dem Gastspielland Japan gibt.

Insofern war es mehr als verständlich, dass die Chefdirigenten Sir Simon Rattle und Daniel Barenboim mit ihren Spitzenorchestern spontan ein Benefizkonzert für die Nothilfearbeit von Unicef in Japan gaben. Die Philharmonie war randvoll besucht, im Foyer hatte Unicef einen Stand aufgebaut, in allen Räumen wurden beiläufig kleine Origami-Kraniche verteilt, die die Deutsch-Japanische Gesellschaft gebastelt hatte. Kraniche sind in Japan ein altes Symbol für Langlebigkeit, und wer Tausend Kraniche faltet, hat einen Wunsch bei den Göttern frei. Das ganze Benefizkonzert war eine noble wie hochmusikalische Geste. Zwei Toporchester nacheinander in einem Konzert. Zunächst dirigierte Barenboim Tschaikowskys sechste Symphonie "Pathétique", er favorisierte mit der Staatskapelle mehr die klangvoll aufbrausende Leichtigkeit als die Melancholie in dieser Abschiedssymphonie. Anschließend zelebrierte Sir Simon mit den Philharmonikern Brahms' Vierte und konnte deutlich tiefer schürfen bei aller virtuosen Leichtigkeit. Beide Male setzte es Jubel - und am Ende stehende Ovationen für beide Stardirigenten.