Roman

Charlotte Roche hat es schon wieder einmal getan

Bei Twitter haben sich die Schreiber schon das Urteil gebildet. Es muss ja ein "Skandalroman" werden, wenn Charlotte Roche ein neues Buch schreibt.

Zwei Millionen Exemplare des Romans verkauften sich, es führte über acht Monate in der Spiegel-Bestsellerliste und im Ausland wurde dieser Erfolg mit milder Überraschung registriert. So schrieb die "New York Times", als 2009 das Buch auf Englisch erschien: "Am verstörendsten an 'Feuchtgebiete' ist der Glaube der Autorin, sie sei eine Pionierin. Roche scheint nichts zu wissen über die umfassende Literatur über die weibliche Sexualität. In den Interviews klingt sie wie eine Erfinderin, die ihre Abgeschiedenheit verlassen hat, um zu verkünden, dass sie das Rad erfunden hat."

Und es sieht so aus, als wenn Roche entschlossen ist, dieses Rad noch ein weiters Mal auf den Markt zu rollen. Am 15. August wird ihr zweiter Roman erscheinen. In der Pressemitteilung lesen wir: "Es ist ein Roman über Ehe und Familie, über Sexualität und die Rolle der Frau und darüber, wie eine Katastrophe das Leben für immer verändern kann." Das Buch werde "offen und mutig, provokant, abgründig und komisch" sein und "wieder um für Diskussion sorgen".

"Schoßgebete" lautet der Titel. Das ist ein neues Wort, es klingt natürlich ein bisschen wie Stoßgebete und wirkt wie nahezu jedes interessante Wort bei längerem Betrachten irgendwann verrucht und obszön. Mit einer Startauflage von 500.000 Exemplaren schickt der Piper-Verlag den Roman ins Rennen, der für wahr Großes verspricht. Das Buch verrate "jetzt alles über eins der letzten Tabus: ehelicher Sex".