TV-Kritik: Der schwarze Kanal kehrt zurück (23.25 Uhr, ZDF) -

Herrlich albern

Dieter Bohlen war der beste Agent der Stasi, Angela Merkel stand nach der Wende in Diensten des abgesetzten Erich Honecker, und die Maueröffnung war sowieso nichts weiter als ein perfider Plan der DDR-Regierung, um den Westen zu schwächen.

Mit einer herrlich albernen Satire ließ das ZDF den Jahrestag des Mauerfalls ausklingen: Im Stil einer Dokumentation mit echten, aber hanebüchen kommentierten Archivbildern sowie falschen Zeitzeugen (darunter Honeckers schusselige Schwester und sein wichtigtuerischer Fahrer) wurde die jüngere deutsche Geschichte satirisch umgeschrieben. "Mockumentary" heißt diese Form der fiktiven Dokumentation in der Fachsprache, und sie ist ein Genre, das im deutschen Fernsehen leider allzu selten bedient wird. Das Schöne daran: Der Film war nicht nur ausgesprochen witzig, was die Veralberung der Historie betraf, sondern auch eine treffende Satire auf normale Dokus mit ihrem schematischen Mix aus Zeitzeugen und Archivmaterial.