Fernsehjahr 2010

Mafia-Serie: Neunter Grimme-Preis für Dominik Graf

Elf der zwölf Grimme-Preise gehen in diesem Jahr an ARD-Produktionen und einer ans ZDF.

Die privaten Sender gehen diesmal leer aus. Daraus lasse sich aber kein generelles Urteil ableiten, unterstrich Uwe Kammann, Direktor des Grimme-Instituts, bei der Bekanntgabe der Preisträger. Schließlich sei auch Sat.1 mit einigen Produktionen nominiert gewesen.

Kammann bescheinigte dem Fernsehjahr 2010 insgesamt "eine ganze Reihe herausragender Sendungen" zu überragenden Themen und mit beeindruckenden Einzelleistungen sowie eine anhaltend hohe Professionalität.

Als "überragendes Gesamtkunstwerk" hob Institutsdirektor Kammann die zehnteilige Mafia-Serie "Im Angesicht des Verbrechens" (ARD/WDR/ARTE) hervor, für die der Regisseur Dominik Graf seinen neunten Grimme-Preis bekommt. Das ZDF war lediglich mit der Serie "Klimawechsel" über Frauen in den Wechseljahren erfolgreich. Die in der Kategorie "Unterhaltung" ausgezeichnete erste TV-Produktion von Doris Dörrie zeige, dass man auch sperrige Themen in ungewöhnlichen Formaten behandeln könne, sagte Kammann.

In der Kategorie "Fiktion" wird neben "Im Angesicht des Verbrechens" auch die von Christian Zübert inszenierte "Tatort"-Folge "Nie wieder frei sein" (ARD/BR) ausgezeichnet, die das Thema Schuld und Selbstjustiz behandelt. Einen Preis erhalten zudem die Romanverfilmung "Neue Vahr Süd" (ARD/WDR/RB) von Hermine Huntgeburth, das Sozialdrama "Keine Angst" (ARD/WDR) von Aelrun Goette und das Kriminaldrama "In aller Stille" (ARD/BR) von Rainer Kaufmann.

Neben "Klimawechsel" geht der Grimme-Preis in der Kategorie "Unterhaltung" an "Krömer - Die internationale Show" (RBB). Der Komiker Alexander Bojcan habe mit Kurt Krömer eine Figur geschaffen, deren Vielschichtigkeit sich einfach nicht erschöpfe, urteilte die Jury. In der Kategorie "Information & Kultur" geht ein Preis an den Film "Aghet - Ein Völkermord" (ARD/NDR), in dem um den Genozid an den Armeniern geht.