Musik

Bernard Haitink dirigiert Bruckners majestätische Fünfte

Ein Festkonzert in der Philharmonie. Es galt Bruckner zu feiern und dies mit der majestätischen Fünften: diesem sinfonischen Rammbock in die Unsterblichkeit. Und genau so bringt sie der alterfahrene Dirigent Bernard Haitink mit den Philharmonikern zu Gehör.

Die Herausforderungen reihen sich dicht an dicht, dabei zieht das einleitende Adagio zunächst einmal beinahe schüchtern herauf. Es sonnt sich an der eigenen Harmlosigkeit, bis es sich, ins Allegro hinüberwechselnd, immer stärkere Klangmacht gewinnt. Allerdings wächst damit auch die Neigung zum Lehrbuchcharakter. Bruckner wollte geradezu demonstrativ zeigen, was er alles konnte, Haitink ist es gegeben, mit den simplen, vollkommen uneitlen und sachbezogenen Bewegungen seines Taktstocks Bruckner ohne künstlerischen Umschweif in sein Recht einzusetzen. Mit dem Adagio schwillt auf Anhieb keusche Gefühlswärme herauf, wie sie wohl einzig Bruckner zu seiner Zeit heraufzubeten verstand. Das Scherzo gewinnt sich ein wenig den Charakter von Freiluftmusik. Es tanzt im musikalisch Grünen bis das Finale heraufdrängt und alle Bläserlungen sich spreizen. Dreimal hintereinander, Abend für Abend, setzen die Philharmoniker, vor allem ihre nimmermüden Bläser, ihr schier unvergleichliches Können ein. Es setzt eine Apotheose der Sinfonik.