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Ich lese gerade ... Astrid Rosenfeld: Adams Erbe

Elvira Hanemann (53), Buchhandlung Thaer, Bundesallee 77, Friedenau: Ich bin sehr beeindruckt von Astrid Rosenfelds Debütroman "Adams Erbe". So gekonnt wie sie schreibt, mag man gar nicht glauben, dass sie zum ersten Mal ein Buch veröffentlicht. Die Geschichte beginnt 2004, als dem jungen, erfolgreichen Modedesigner Edward die Tagebuchaufzeichnungen seines Großvaters in die Hände fallen, die sein Leben verändern. Es ist ein langer Brief an eine Frau namens Anna, eine Jüdin, die während der Nazi-Zeit verschwand. Adam versucht alles, um sie zu finden. Eine abstruse Verfolgungsjagd führt ihn, der selbst Jude ist, ins Warschauer Ghetto, während seine Familie die Ausreise nach England vorantreibt. Das Thema ist schon so oft behandelt worden, dass man glaubt, da kann nichts Neues, Frisches mehr kommen. Der Autorin ist es ausdrucksstark, gut lesbar und mit vielen hochinteressanten kleinen Geschichten am Rande gelungen.

Astrid Rosenfeld: Adams Erbe, Diogenes Verlag, 400 Seiten, 21,90 Euro.