Gedenken

Neue Ausstellung will Heinrich Kleist nahe kommen

Unmittelbar vor dem Auftakt zum Kleist-Jahr 2011 eröffnet am Donnerstagabend das Kleist-Museum Frankfurt (Oder) eine Ausstellung mit Handschriften des Dichters.

Unter dem Titel "Materialitäten" zeigt das Haus Briefe und Manuskriptseiten, die einen ungewöhnlichen Blick auf Heinrich von Kleist (1777-1811) gewähren. Am Freitag beginnt aus Anlass des 200. Todestages Kleists in seiner Geburtsstadt Frankfurt (Oder) und in Berlin ein umfangreiches Programm

Den Brief an die ferne Verlobte schickte Kleist in einem selbst gebastelten Umschlag auf die Reise: Ein kleines, etwas schräg gefaltetes Kuvert, adressiert an "Mademoiselle Zenge". Die Bastelarbeit ist Teil der neuen Ausstellung. Im Mittelpunkt steht weniger der Inhalt der Dokumente als deren Äußeres. Deshalb habe man zum großen Teil auf eine Transkription verzichtet, sagt Kuratorin Barbara Gribnitz. Die Besucher sollen Gelegenheit haben, die Schriften wie ein Bild zu sehen, sich auf Kleists Schrift, unterschiedliche Papiersorten und Tinte einzulassen.

Da von Kleist so wenige Dinge erhalten seien, bleibe eigentlich nur die Handschrift, um ihm nahezukommen. Gezeigt werden Autographen aus dem Besitz des Museums sowie Leihgaben aus ganz Deutschland und Zürich, die sonst selten öffentlich zu sehen sind. Die Ausstellung wird am Vorabend des feierlichen Beginns des Kleist-Jahrs 2011 eröffnet. Einer der Höhepunkte am Freitag ist der erste Spatenstich für den Erweiterungsbau des Kleist-Museums in Frankfurt (Oder). Kleists Todestag jährt sich am 21. November 2011 zum 200. Mal.