Oscar-Verleihung

Drei Damen und ein Freak

Mode ist immer ein Statement. Bei den diesjährigen Oscars hat sich besonders Schauspielerin Helena Bonham-Carter (2. v. l.) daran gehalten. Erstens erklärt sie, bei der Verleihung im Kodak-Center in Los Angeles solle es doch in erster Linie wieder um die Filme gehen, und nicht um die teuren Roben der Damen.

Konsequent tauchte sie darum wohl auch in einer seltsamen schwarzen Samt-Gothic-Kombination auf. Zweitens habe sie einen Komplex mit ihrem Po und habe deshalb beschlossen, ihn gemeinsam mit dem Designer ihres Kleides noch größer wirken zu lassen, ließ sie die Presse am Roten Teppich lächelnd wissen. Da half dann auch das geheime Fußband mit dem Union-Jack nicht mehr viel, das, (Achtung Botschaft!) vermutlich ihre Solidarität mit der siegreichen britischen Produktion "The King's Speech" bekunden sollte.

Dass es auch stillvoll und dem Anlass entsprechend geht, bewiesen Sandra Bullock (l.) in ihrer schlichten roten Vera-Wang-Robe oder Scarlett Johansson (r.) : hochgeschlossen und trotzdem sexy. Für den nötigen Glamour, ohne wie eine billige Zirkus-Artistin zu wirken, sorgte auch Halle Berry (2. v. r.) in ihrer Robe von Marschesa. Für die Designer der teuren Klamotten ist die Oscar-Nacht nicht zuletzt die Gelegenheit, ihre Kreationen perfekt in Szene zu setzen und so den Verkauf anzukurbeln. Beiden Seiten ist dass von Nutzen. Hollywood verkauft nun mal Träume. Auch den, das Frauen perfekt aussehen können. Und wer will den schon Leinwand-Göttinnen auf dem Roten Teppich ungeschminkt und in Turnschuhen sehen, wie es selbst bei der Berlinale nicht mehr üblich ist. Da können dann die Filme so toll sein, wie sie wollen.