Wissenschaft

Und noch ein skurriler Einwurf zu Minister zu Guttenberg

Wie unterschiedlich die Wahrnehmungen einer Diskussion sind, bestätigte sich gestern, nachdem die Äußerung von Bernhard Kempen veröffentlicht wurde. Kempen ist Präsident des Deutschen Hochschulverbandes und erklärte, dass sein Verband "mit Befremden, teils auch mit Erschrecken die Einschätzungen und Äußerungen aus Teilen der Politik und der veröffentlichen Meinung in der gegenwärtigen Diskussion über Plagiate zur Kenntnis" nehme.

Der redliche Umgang mit Daten, Fakten und geistigem Eigentum mache die Wissenschaft erst zur Wissenschaft. Es sei unerträglich, wie dies politisch kleingeredet werde.

Ist das so? Hinter uns liegt eine Woche in der bei Will, Beckmann, Maischberger, Plasberg und Illner über die verlorene Doktorehre von zu Guttenberg diskutiert wurde. Da können die in Libyen machen, was sie wollen. Spätestens als die einstige Pornodarstellerin Gina Wild zum Thema Dissertation von Markus Lanz im ZDF gefragt wurde ("Wir haben doch alle Dreck am Stecken"), schien das Thema Plagiate in aller Breite und auch von jedem durchdrungen zu sein. Und wenn es einen einzigen Erkenntnisgewinn dieser Diskussion, selbst für den treusten CSU-Wähler, gegeben haben mag, dann, dass Abschreiben echt nicht in Ordnung ist und einen ganz schön in Schwierigkeit bringen kann.