Literatur

Leipziger Buchmesse mit großem Balkanprogramm

Mit Serbien als Schwerpunktland schlägt die Leipziger Buchmesse zwischen dem 17. und 20. März erneut eine kulturelle Brücke zum Balkan. Präsentiert würden das größte Literaturprogramm der südosteuropäischen Länder seit dem Zerfall Jugoslawiens und das größte Balkanprogramm in der Messegeschichte, kündigte Buchmesse-Direktor Oliver Zille in Berlin an.

Erwartet werden rund 120 Autoren aus elf Ländern der Region, darunter bis zu 60 aus Serbien. Allein 30 neue serbische Titel wurden eigens zur Buchmesse ins Deutsche übersetzt und werden dort dem westeuropäischen Publikum vorgestellt. Erstmals wird auch Albanien mit jungen Schriftstellern vertreten sein.

Nach den Schwerpunktländern Slowenien vor vier und Kroatien vor drei Jahren wolle die Messe mit dem Land erneut südosteuropäische Literatur im deutschen Sprachraum bekannter machen, sagte Zille. "Sie sollen hier feste Verlegerbindungen finden." Die Themenpalette der Bücher reicht von kulturpolitischen Problemen über Kriegserfahrungen, von der "Seele des Balkans" bis zum Belgrader Nachtleben. Entwickelt wurde das Schwerpunktprogramm mit Unterstützung des serbischen Kulturministeriums, des serbischen PEN-Zentrums, des Auswärtigen Amtes, dem Literaturnetzwerk Traduki, der S.-Fischer-Stiftung und der Robert-Bosch-Stiftung. Die Leipziger Messe solle erst der Anfang sein, serbische Kultur in Europa sichtbarer zu machen, betonte der serbische Kulturminister Nebojsa Bradic.

Als namhafte serbische Schriftsteller werden der Träger des Leipziger Buchpreises zur europäischen Verständigung von 2002, Bora Cosic, sowie David Albahari, Dragan Velikic und Laszlo Vegel erwartet. Dazu kommen zahlreiche junge Nachwuchstalente aus der serbischen Prosa-, Lyriker- und Dramatikerszene. Als einer der Höhepunkte lädt das Belgrader Literaturfestival "Krokodil" am 17. März zu einer Marathonlesung.