Peter Alexander

"Er war ein sehr fröhlicher, aber ein sehr stiller Mensch"

Peter Alexander, der zwanzig Jahre älter war als ich, kannte ich schon als kleiner Junge. Da ich in der Musikbranche aufgewachsen bin, habe ich ihn zuerst mit den alten Liedern wahrgenommen. Darüber hinaus kannte ich ihn aus den alten Filmen.

Anfang der Siebzigerjahre haben wir uns dann kennen gelernt. Ich durfte damals seine Produktionen übernehmen. Für mich eine grandiose Herausforderung, denn er war der größte Entertainer zu der Zeit. Erst habe ich den Song "Zigeunerin" für ihn geschrieben, dann habe ich ihn produziert mit "Unser tägliches Brot ist die Liebe", was einer seiner Comeback-Songs war. Damals habe ich für ihn auch zusammen mit seiner Tochter ein Duett produziert. Fünfzehn Jahre lang haben wir zusammen gearbeitet. Ich schrieb ihm Songs wie "Steck dir deine Sorgen an den Hut" und produzierte Hits wie "Die kleine Kneipe". Es war die größte Zusammenarbeit mit einem Künstler, die ich in meinem ganzen Leben hatte. Er war ein unfassbar guter Künstler, Mensch und für mich dreißig Jahre lang auch ein guter Freund.

Dabei haben wir uns die ersten zehn Jahr gesiezt: Sie Ralph, Sie Peter. Nach zehn Jahren habe ich ihm eine silberne Vase mit den ganzen Hits, die wir gemacht haben, geschenkt. Daraufhin meinte er lächelnd, wir sollten uns langsam duzen. Er war kein unnahbarer Mensch, im Gegenteil, wir hatten ein herzliches Verhältnis. In München lebte er meistens im "Bayerischen Hof", wenn wir in meinem Studio produzierten. Wir haben viele Tag und Wochen im Studio, in Restaurants, daheim redend verbracht. Er war immer sehr herzlich, sehr fröhlich, sehr liebenswert. Auf der anderen Seite war er auch ein stiller, bescheidener Mensch. Was er gar nicht mochte, war Unehrlichkeit. Wir hatten einen ähnlichen Humor, wobei er sehr parodistisch veranlagt war. Er machte gerne Moser nach. Er sang die Lieder, die ich ihm gab, immer mit einem I-Tüpfelchen besser.

Die Songs, die ich ihm immer als Demonstrationsbänder besungen hatte und zuschickte, fand er meistens zu hoch in der Tonlage. Er mochte die Songs immer etwas tiefer. Dann haben wir uns auf der Mitte getroffen. Seine Frau Hilde war bei jeder Aufnahme dabei. Genau genommen war es immer eine Zusammenarbeit zu Dritt. Auch nach der beruflichen Trennung sind wir Freunde geblieben. Unser letzter Kontakt war Ende August letzten Jahres. Wir hatten uns in Wien verabredet, aber einen Tag vorher rief er an und sagte, es sei doch der Geburtstag von Susi und er sei zu sehr in Trauer. Seine Tochter war bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Wir haben das Treffen daraufhin verschoben. Die Nachricht von seinem Tod hat mich sehr traurig gemacht.

Er hinterlässt viele, viele Lieder und einmalige Shows, von denen sich aktuelle Entertainer wie Florian Silbereisen oder Patrick Lindner einiges abgeschaut haben, und natürlich die Filme, die die Nachkriegskultur spiegeln. Sein künstlerischer Schatz wird auch weiter hoch gehalten werden.