Deutscher Filmpreis

Preiskuscheln: Der Bär bandelt mit der Lola an

Immer mal wieder hört man ja von prominenten Pärchen, die sich verlieren und wiederfinden. Dergleichen hört man indes selten von Filmpreisen. Aber hier sei sie einmal angestimmt, die Weise vom Goldenen Bären und der Goldenen Lola.

Sie waren sich einmal sehr nah. Die Lola hieß damals noch nicht Lola, sie hieß nur Deutscher Filmpreis und sollte auch noch öfter die Form und den Namen (Goldene Schale, Goldener Leuchter) wechseln. Aber sie waren schon mal ganz eng: Am 6. Juni 1951 wurden die ersten Berliner Filmfestspiele eröffnet, und zum Auftakt wurde auch erstmals der Deutsche Filmpreis verliehen, vom Innenminister, der sich indes vertreten ließ.

Der Bär und der Deutsche Filmpreis, sie sind also gleich alt. Und sie hatten einmal dieselbe Aufgabe, den Deutschen Film aufzuwerten. Aber dann haben sich ihre Wege doch getrennt. Die Berlinale hatte ihre eigenen Preise, rückte von dem Fremdpreis ab und wanderte sogar in den kalten Winter, während der Filmpreis sich noch lange im Sommer sonnte. Inzwischen heißt der Filmpreis Lola, wird nicht mehr von gleichgültigen Ministern, sondern von der Filmakademie verliehen und ist zumindest in den Frühling vorgerückt. Eine vorsichtige Annäherung des Paares? Auf der 61. Berlinale geben die Bären und die Lola eine neue Partnerschaft bekannt: Lola@Berlinale.

Es gab bislang auf dem Festival die schöne kleine Reihe German Cinema. Die gab einen Überblick über das Filmschaffen eines Jahres und verstand sich als Schaufenster für das deutsche Kino. Nun haben sich die Berlinale und German Cinema mit der Filmakademie zusammengetan und zeigen nicht mehr eine persönliche Auswahl, sondern alle Titel, die von der Filmakademie für die Lola vornominiert wurden. Es sind 36 Titel. 33 davon laufen seit gestern in der Extrareihe im Cinemaxx 1. Die restlichen drei laufen im Wettbewerb: Wim Wenders "Pina", Andres Veiels "Wer wenn nicht wir" und Yasemin Samderelis "Almanya".

Die wichtigsten deutschen Filmpreise sind nicht gänzlich wiedervereint, haben aber Gefallen aneinander gefunden. Die Filmakademie lud gestern Abend zu einem Berlinale-Empfang in die Berliner Freiheit, und natürlich war auch der Bärenchef Dieter Kosslick dabei. Gänzlich wiedervereint sind sie aber nicht. Jetzt kommen erst mal die Bären. Am 11. März werden die Nominierungen für die Lola bekannt gegeben, die am 8. April verliehen wird.