Projekt

Prominente werben für Schlingensiefs Operndorf in Afrika

Um Christoph Schlingensiefs afrikanisches Operndorf ist es ruhig geworden.

Höchste Zeit also für die Initiatoren, an die Öffentlichkeit zu gehen. Klar, dass die wichtigste Botschaft bei der Pressekonferenz im Hebbel-Theater lautete: Das Projekt wird fortgesetzt, das Projekt geht voran. Es wird prominent unterstützt: Rechtsanwalt und Kunstmäzen Peter Raue warb als Vertreter des Kuratoriums ebenso für die Realisierung von Schlingensiefs Traum im westafrikanischen Burkina Faso wie Matthias Lilienthal, der künstlerische Leiter des HAU, Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard und Ex-Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer. Schlingensief war im vergangenen Sommer im Alter von 49 Jahren seiner Krebserkrankung erlegen.

Neben der Bundeskulturstiftung, dem Goethe-Institut und dem Auswärtigen Amt haben "einige Großspender und viele Kleinspender" (Raue) dafür gesorgt, dass der erste von drei Bauabschnitten finanziell gesichert ist. Im Herbst sollen die Schule, ein Tonstudio für die Musikklasse, Wohnungen für Lehrer und eine Kantine eröffnet werden, rund eine halbe Million Euro sind dafür eingeplant. In der zweiten Bauphase sollen ein Sportplatz, ein Gästehaus und ein Filmstudio folgen. Für den dritten Abschnitt schließlich ist der Bau des Festspielhauses mit Garderoben und Werkstätten geplant. "Es geht nicht darum, Christoph zu ersetzen, sondern zu schauen, wie ich ihn in dem Projekt bewahren kann", betonte Schlingensief-Witwe Aino Laberenz. Sie leitet die noch von ihrem Mann gegründete gemeinnützige Trägergesellschaft.