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Ich lese gerade ... Robert Olmstead: Der Glanzrappe

Horst Schroth (62), Kabarettist: Ich habe Robert Olmsteads Roman "Der Glanzrappe" zunächst im englischen Original gelesen und dann ins deutsche Buch geschaut. Ich kann es deswegen empfehlen, weil es nicht nur sprachlich wunderbar ist, sondern auch hervorragend übersetzt. Dicht, intensiv, distanzlos. Erzählt wird die Mannwerdung des vierzehn Jahre alten Farmersohn Robey Childs in nur wenigen Monaten. Seine Mutter schickt Robey los, um den Vater zu suchen, der im amerikanischen Bürgerkrieg bei den Konföderierten kämpft. Ausgestattet mit einem intelligenten Pferd, erlebt der Junge wahnsinnig viele Abenteuer auf seiner Reise. Auch die grausamen, irritierenden Wirren des Krieges. Wer aber eine Geschichte des Bürgerkrieges erwartet, wird enttäuscht. Es geht um den Jungen. Man muss sich wappnen, wenn man das Buch liest. Es hat kein wirkliches Happyend. Auf mich hatte es die gleiche Wirkung wie Pablo Picassos Gemälde "Guernica".

Robert Olmstead : Der Glanzrappe, Eichborn Verlag, 264 Seiten, 19,95 Euro.