Berlinale

Berlinale-Film über Chodorkowski wurde gestohlen

Kurz vor der Berlinale-Premiere in der kommenden Woche ist der Film "Khodorkovsky" über den inhaftierten russischen Regierungskritiker Michail Chodorkowski gestohlen worden. Unbekannte seien in die Arbeitsräume des Regisseurs Cyril Tuschi, Jahrgang 1969, in Berlin eingebrochen, wie die Polizei gestern sagte.

Nach Angaben der Produktionsfirma wurden dabei zwei PCs sowie zwei Laptops gestohlen, auf denen die Endfassung des regimekritischen Films gespeichert war. Die Premiere am 14. Februar bei den Internationalen Filmfestspielen sei nicht gefährdet, da die Berlinale bereits eine Kopie habe, allerdings ohne deutsche Untertitel. Der Film wird in der Berlinale-Sektion Panorama seine Premiere feiern. Bei dem Einbruch wurden andere Wertsachen zurückgelassen, die Türen wurden aufgebrochen, die Räume verwüstet. Die Berliner Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Schon vor wenigen Wochen hätten Unbekannte eine Festplatte mit Teilen von Tuschis Dokumentarfilm aus einem Hotelzimmer gestohlen. Tuschi hat fünf Jahre lang Chodorkowskij nachgespürt, 180 Stunden Material sind zusammengekommen.

Michail Chodorkowski war einst der reichste Mann Russlands und gilt als Intimfeind von Russlands Premierminister Wladimir Putin. Erst zu Neujahr war er zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt worden, obwohl er bereits eine langjährige Haftstrafe absitzt. Die Anklage: der frühere Chef des mittlerweile zerschlagenen Ölkonzerns Yukos soll gemeinsam mit einem Geschäftspartner Millionen Liter Öl unterschlagen haben. Das Gericht verurteilte ihn zu sechs weiteren Jahren Haft; bis 2017 soll er im Gefägnis bleiben. Einen Tag nach seiner Verurteilung hat die Verteidigung Berufung eingelegt.