Ausstellung

Das Teehaus des Künstlers Ai Weiwei duftet nun in Berlin

Ai Weiwei ist nicht nur Chinas bekanntester Künstler, er bringt auch Kulturfunktionäre in regelmäßigen Abständen zur Weißglut mit seinen politischen Aktionen. In der Londoner Tate Galerie präsentiert er gerade 100 Millionen Sonnenblumenkerne auf dem Boden verstreut - aus Porzellan, die leider etwas konterminiert sind.

Ein Werk für unsere Nase ist sein aus 3000 Kilo (!) Tee gepresstes, 1,80 Meter hohes Teehaus. Pu-Erh-Tee heißt die Sorte, eine der kostbarsten, die es überhaupt gibt. Fast ein Jahr lang soll es im Ostasiatischen Museum in Dahlem zu sehen sein. Eine Leihgabe von Dieter Rosenkranz, der auch die temporäre Kunsthalle am Schlossplatz sponserte. Da kann Klaas Ruitenbeek, Direktor des Museums für Asiatische Kunst nur schwärmen: "Es duftet wunderbar. Es ist nicht nur ein visuelles Erlebnis, sondern auch ein olfaktorisches." Das Häuschen wird erstmals nicht freistehend vor einer weißen Wand, sondern zusammen mit klassischen chinesischen Möbeln ausgestellt. Neben einem Kaiserthron aus dem 17. Jahrhundert muss sich das Teehaus aber mitnichten verstecken. Der Künstler selbst wird bei der Ausstellungseröffnung nicht dabei sein. "Wir hoffen aber, dass er in den kommenden Monaten vorbeischaut", sagte Ruitenbeek. GW