Medien

Die erste reine i-Pad-Zeitung geht an den Markt

In dem an schillernden Persönlichkeiten nicht armen Mediengewerbe sticht Rupert Murdoch heraus. Der 79-Jährige hat sein eigenes Fernsehimperium aufgebaut und irrlichternde Zeitungsredaktionen auf Vordermann gebracht.

Zu seiner News Corporation gehören das "Wall Street Journal", die Londoner "Times" und die Lokalgazette "New York Post". Wenn Rupert Murdoch also sagt, dass er an Onlinemedien glaubt und zwar so sehr, dass er gleich mehrere Millionen Dollar investiert, um nur für das iPad eine spezielle Zeitung zu entwickeln, gilt das was. Heute wird Murdoch im New Yorker Guggenheim-Museum die erste reine iPad-Zeitung "The Daily" vorstellen, sein jüngstes und vielleicht ambitioniertestes Projekt. Eigentlich hätte die Veranstaltung in San Francisco mit Apple-Chef Steve Jobs stattfinden sollen, doch wegen Jobs' Erkrankung wurde der Start von "The Daily" erst verschoben, dann an die Ostküste verlegt. Murdoch wird bei der Präsentation begleitet von Apple-Manager Eddy Cue.

Murdoch hält wenig davon, redaktionell bearbeitete Informationen kostenlos und für alle zugänglich im Internet zu verbreiten. Wer etwa die gesamte Online-Ausgabe des "Wall Street Journal" lesen will, muss ein Abonnement abschließen. Das Abonnement für die tägliche iPad-Zeitung soll 99 Cent pro Woche kosten. Das wäre deutlich weniger als der Preis einer gedruckten Zeitung. Um die 130 Redakteure arbeiten bei "The Daily".

Über die inhaltliche Ausrichtung lässt sich bislang nur spekulieren. Angeblich hat Murdoch von allen großen US-Medien Spitzenkräfte abgeworben. Sie kommen von Magazinen wie dem "New Yorker", "Forbes" und "The Atlantic". Ehemalige Schreiber der "New York Times" und der "New York Post" sind ebenso darunter wie Blogger von "Gawker". Damit ist zumindest klar, dass "The Daily" über den Inhalt punkten will und kein Abklatsch von Nachrichtengeschichten sein soll. Umgerechnet gut 22 Millionen Euro soll Rupert Murdoch in die Entwicklung der App gesteckt haben. Dafür kann man offenbar auch Bilder im 3D-Format erwarten.

Ob "The Daily" allerdings eine reine iPad-Zeitung bleiben wird, dürfte noch nicht endgültig entschieden sein. Denn andere Hersteller drängen ebenfalls mit ihren Tablet-Computern auf den Markt und bieten zum Teil eine günstige Alternative zu dem Produkt von Apple.