Streit um Altersbeschränkung

Der umstrittene Film "Tal der Wölfe" ist angelaufen

Der umstrittene türkische Film "Tal der Wölfe - Palästina" ist nach tagelangen Diskussionen über eine Freigabe in Deutschland nun angelaufen. Das teilte die Verleihfirma Pera Film in Köln gestern mit.

Der als antisemitisch kritisierte Actionfilm war am Donnerstag von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) wegen der vielen Gewaltszenen erst für Erwachsene ab 18 Jahren freigegeben worden. Eine Sprecherin von Pera sagte, der Film sei noch am selben Abend - nach einem vorläufigen Überblick - an 43 Spielorten an den Start gegangen. "Das waren sowohl Kinoketten als auch einzelne Häuser." Die türkische Produktionsfirma des Films kritisierte die Altersbeschränkung scharf.

Der Zehn-Millionen-Dollar-Film war unter anderem vom "Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus" wegen "volksverhetzenden Charakters" attackiert worden. Der Plot ist schlicht: Der türkische Geheimagent Polat Alemdar und sein Kommando ziehen aus, um mit viel Ballerei und Explosionen den israelischen General Moshe Ben Eliezer zu töten, was in der letzten Filmminute schließlich auch gelingt. Der Grund für ihren Einsatz: Sie wollen Moshe für den israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte um das Schiff "Mavi Marmara" bestrafen, bei dem neun Türken getötet worden waren.

Der Film bezieht sich auf einen realen Fall. Der israelische Angriff auf ein türkisches Schiff hatte im Mai des vergangenen Jahres die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei erheblich belastet.