TV-Kritik: Der Staatsanwalt (20.15 Uhr, ZDF)

Alter Haudegen

Er gehört zu den Schauspielern, denen man einfach gerne zusieht - im Krimiklassiker "Ein Fall für zwei" und der Serie "Dr. Sommerfeld" war Rainer Hunold eine Wucht.

Seiner aktuellen Rolle als Staatsanwalt Bernd Reuther fehlt leider das gewisse Etwas, die fade Ermittlerserie bewegt sich auf Vorabendniveau - die Regie wedelt schwer mit dem Zaunpfahl, die vielen Verdächtigen sind überzeichnet. In der ersten von vier neuen Folgen wurde eine graumelierte Perlenketten-Lady in ihrer Villa gemeuchelt, in ihrem Umfeld wimmelte es vor zwielichtigen Gestalten, darunter ihr schmieriger Anwalt (Jan-Gregor Kremp), der dem integren Reuther zuwider war und der ein grausiges Ende nahm, sowie ihr Neffe Norbert (Oliver K. Wnuk) - ein zittriges, alkoholkrankes Wrack. Der fintenreiche Reuther konnte ihn nach zahlreichen Wendungen als Tantenmörder überführen. Der Staatsanwalt siegte also, doch der alte Haudegen Hunold stand auf verlorenem Posten: Ein Krimi, der in so weiten Teilen im Verhandlungssaal spielt, bräuchte dringend bessere Dialoge, außerdem blieben Reuthers Kollegen von der Polizei gar zu blass.