TV-Kritik: Stieg Larsson: Verblendung (22 Uhr, ZDF)

Länger verblendet

Willkommen in der düsteren Welt des Stieg Larsson: In einem sechsteiligen Krimimarathon zeigt das ZDF die weltberühmte "Millennium"-Trilogie des Bestsellerautors als herrlich lange Fernsehfassung.

Wer die packenden Schweden-Krimis um den engagierten Journalisten Mikael Blomkvist und die punkige Computerhackerin Lisbeth Salander liebt, kommt hier voll auf seine Kosten, wie der jetzt gezeigte erste Teil der Verfilmung von "Verblendung" bewies: Viel detaillierter als in der wesentlich kürzeren Kinofassung wurde der knifflige Fall um das unheimliche Verschwinden einer Unternehmernichte geschildert, die Figuren sind im Fernsehen genauer und psychologisch nachvollziehbarer erfasst. Das gilt in erster Linie für die beiden von Michael Nyqvist und Noomi Rapace klasse gespielten Protagonisten, zwei unkonventionelle Helden mit vielen Facetten, die tief in einen Sumpf aus Gewalt und Korruption gezogen werden. Zartbesaitete seien jedoch gewarnt: Die Filme schockieren zuweilen mit brutalen Szenen, für die ja gerade die Stoffe von skandinavischen Autoren wie Henning Mankell oder eben Stieg Larsson berüchtigt sind.