Design

Die verschworene Welt des schönen Wohnens

Ist es schwerer zu rechtfertigen, wenn man sich zwei Stühle kauft, als wenn man ein Kunstwerk für die Wand im Wohnzimmer ersteht? Ist es Wahnsinn, einen Tenreiro-Stuhl für 300 000 zu ersteigern?

Warum ein Stuhl zum Klassiker avanciert und ein anderer bald vom Markt verschwindet, diesen und anderen Fragen geht Adam Lindemann in seinem poppig aufgemachten Buch "Collecting Design" (dem Nachfolger von "Collecting Contemporary") nach. Er hat sich vorgenommen, den Leser in die verschworene Welt des Möbelsammelns einzuführen, und zieht dabei immer wieder Parallelen zum Sammeln von Kunst. Wie auch der Kunstmarkt explodierte der Designmarkt in den Jahren 2003 bis 2008. Für seinen Leitfaden holte sich Lindemann Experten mit ins Boot: Designer, Händler, Auktionsleiter, Trendsetter und internationale Sammler wie Ronald Lauder. Der New Yorker macht gleich Schluss mit dem Begriff Design, weil für ihn Gemälde, Skulpturen und Möbel dem "gleichen schöpferischen Vorgang" entspringen. Am Ende des Buches hat der Leser viel gelesen und geblättert, aber eine Frage bleibt dennoch offen: Was sind denn nun die Kategorien für gutes Design?

Adam Lindemann: Collecting Design, Taschen Verlag, 300 S., 29.90 Euro.