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Ich lese gerade ... Lukas Hartmann: Finsteres Glück

Tanja Frey (36), Lichterfelder Buchhandlung, Oberhofer Weg 15: Der Titel "Finsteres Glück" von Lukas Hartmanns Roman klingt tragisch, das Buch ist es teilweise auch, endet aber letztlich sehr hoffnungsvoll und positiv. Ich habe es sehr gern gelesen. Am Tag der Sonnenfinsternis fährt der achtjährige Yves mit seiner Familie ins Elsass, um das Naturschauspiel zu bestaunen. Doch auf dem Weg geschieht ein Unfall, den nur Yves überlebt. Elaine Hess, eine auf Traumatherapie spezialisierte Psychologin, nimmt den Jungen bei sich auf. Daraus entwickelt sich eine emotionale Bindung, die Elaine zwingt, sich auch mit ihrer eigenen Familie auseinander zusetzen. Mit den pubertierenden Töchtern, die sich von ihr abgewandt haben, und ihren beiden geschiedenen Ehen. Man hat das Gefühl, man weiß genau, was in ihr vorgeht. Hartmann, selbst studierter Psychologe, schreibt so einfühlsam wie schonungslos über Verlust und Geborgenheit, Liebe und Tod.

Lukas Hartmann : Finsteres Glück, Diogenes Verlag, 304 Seiten, 19,90 Euro.