TV-Kritik: Restrisiko (20.15 Uhr, Sat.1) -

Brennend aktuell

Kompliment an Sat.1: Der Privatsender zeigte zur besten Sendezeit einen ambitionierten Film über ein Thema, das der Gesellschaft auf den Nägeln brennt.

Das Szenario über einen Super-Gau in einem fiktiven Atomkraftwerk in Norddeutschland spielte die Risiken und Gefahren der Kernkraft kompromisslos durch und erwies sich als gut gemachter Diskussionsbeitrag zum aktuellen Thema Atomausstieg und Laufzeitverlängerung für ältere Meiler. Doch der von Regisseur Urs Egger dicht inszenierte Katastrophenfilm funktionierte auch als spannender Thriller ganz prächtig. Die Zuschauer fieberten mit, als die aus gutem Grund von der AKW-Sicherheitschefin zur Atomkraftgegnerin gewandelte Katja Wernecke (gespielt von "Tatort"-Kommissarin Ulrike Folkerts) auf der Suche nach Beweisen durch die verstrahlte Zone irrte. Beweise, die letztlich dafür sorgten, dass wenigstens die anderen Atomkraftwerke stillgelegt wurden. Dazu kamen starke Figuren wie Kai Wiesinger als kriminell ignoranter AKW-Boss und Matthias Koeberlin als aalglatter Kommunikationsberater, der sich auf Katjas Seite schlug und den Opfertod starb.