TV-Kritik: Nachtschicht: Ein Mord zu viel (20.15 Uhr, ZDF)

Gläubiger Killer

Auf Lars Becker ist einfach Verlass: Seine ZDF-Filme über das schräge Ermittlerteam vom Hamburger Kriminaldauerdienst sind immer wieder unvergleichlich originell und spannend.

Der neueste Film des Autors und Regisseurs drehte sich um einen von Misel Maticevic charismatisch gespielten Mörder, der zwar drei Taten zugab, aber in einem vierten Fall unbedingt seine Unschuld beweisen wollte. Nach seiner Flucht aus dem Knast ging der Schwerverbrecher erst mal zur Beichte und beklagte sich über ein klingelndes Handy, das seine Andacht störte. Während der Killer immer sympathischer wurde, wuchs das Heer der Verdächtigen. Joachim Król als linkischer Rechtsanwalt, Lars Rudolph als verklemmter Stalker und Martin Brambach als jovialer Gefängniswärter, der sich am Ende als Täter erwies - ergänzt wurde dieses glänzende Ensemble unter anderem von Olli Dittrich als snobistischer Klamottenhändler. Die skurrilen Details des Films verkamen aber nie zum Selbstzweck, die verzweifelte Suche nach dem Mörder blieb bis zum Schluss packend. Über einige logische Ungereimtheiten der Story sah man da gerne hinweg.