TV-Kritik: Soko Wien (18 Uhr, ZDF)

Wien ohne Schmäh

Der Donau-Spross aus der "Soko"-Familie des ZDF macht leider viel zu wenig aus seinem Schauplatz Wien und vergibt die Möglichkeiten, in Schmäh und schwarzem Humor zu schwelgen.

Stefan Jürgens als Ermittler blieb in der ersten von 13 neuen Folgen blass, originell war lediglich die Gerichtsmedizinerin, die nicht so abgebrüht ist wie ihre "Tatort"-Kollegen, sondern sich bei der Toten auf dem Seziertisch für die nötigen Handgriffe entschuldigte. Die Tochter eines Internats-Hausmeisters war ermordet wurden, die Ermittlungen führten in die klischeehaft gezeichnete Welt blasierter Eliteschüler. Am Ende entpuppte sich der Freund der Toten, der schnöselige Abkömmling eines Bankiers, als Mörder. Das unmoralische Mädchen hatte Julian mit dessen eigenem Vater Hörner aufgesetzt. Der von Sigmar Solbach gespielte Bankier wurde zum Schluss vom Sohnemann gerichtet. Viel aufgesetzte Tragik im Westentaschenkrimi.