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Ich lese gerade ... Juliane Beer: Arbeit kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen

Nina Wehner (30), Die Buchkönigin, Hobrechtstr. 65, Neukölln: Ich bin ganz begeistert von Juliane Beers Roman "Arbeit kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen". Eine echte Entdeckung. Es geht um Frau Paesch, die im Arbeitsamt Neukölln die intern sogenannten Heavy-Kundinnen betreut, Frauen über 45, die schwer zu vermitteln sind. Frau Paesch besorgt ihnen ein bezahltes Praktikum, bei dem es sich eigentlich um Schwarzarbeit handelt. Als eine der Kundinnen an Drogen stirbt, obwohl sie nie ein wildes Leben geführt hat, ermittelt die Polizei, wobei Polizistin Sascha Frau Paesch sehr nahe kommt und ihr Geheimnis entdeckt. Das Buch macht einfach Spaß. Nie böse, sondern immer gut beobachtet, zeichnet es ein authentisches Bild von Neukölln und seinen Bewohnern. Schräge und kuriose Leute, die man erst auf den zweiten Blick wahrnimmt. Ein lesenswerter Mix aus Krimi und Milieustudie mit politisch-sozialen Hintergrund.

Juliane Beer: Arbeit kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen, Edition Schwarzdruck, 204 Seiten, 20 Euro.