TV-Kritik: Großstadtrevier (18.50 Uhr, ARD)

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Der Wilde Westen steht ihm gut: Mit Cowboyhut, Colt und grimmiger Miene schlenderte Jan Fedder als Sheriff Clint durch "Kiez City" und machte drei Ganoven unschädlich, ohne eine einzige Kugel abzufeuern.

Die Idee, die 300. Folge der beliebten Hamburger ARD-Serie "Großstadtrevier" als Western anzulegen, erwies sich als Volltreffer. Sheriffbüro, Saloon und die anderen Kulissen der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg boten einen würdigen Rahmen für den an "High Noon" angelehnten Mummenschanz, an dem das norddeutsche Urgestein Fedder und seine Kollegen sichtlich ihre Freude hatten. Mit Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge und Martin May durften sogar drei Schauspieler mitmachen, mit denen Jan Fedder schon vor 30 Jahren für "Das Boot" vor der Kamera gestanden hatte - die drei spielten Galgenvögel wie aus einem Film von Sergio Leone. Ein sympathischer Spaß, der zum Vorbild auch für andere Serien und Reihen werden könnte. Wie wäre es etwa mit einer "Lindenstraße" im alten Rom oder einem "Tatort" im Mittelalter mit Maria Furtwängler als Burgfräulein und Jan Josef Liefers als Hofnarr?