TV-Kritik

Christine Neubauer überzeugt mal ganz anders

Christine Neubauer als Löwenmutter. In "Der kalte Himmel" zeigte die Schauspielerin eine neue Seite. Das Drama funktionierte. Nur das erzwungene Rundum-Happy-End-trübte den Eindruck.

Christine Neubauer mal ganz anders: Zwar verkörperte das "Vollweib" auch in diesem Zweiteiler wie so oft eine Löwenmutter. Doch diesmal hatte sie das Glück, nicht wie sonst in einem seichten Kitschstreifen zu spielen, sondern in einem ambitionierten Film - und sie zeigte sich der anspruchsvollen Aufgabe durchaus gewachsen.

Das in den Sechzigern angesiedelte Drama über die von der neuen Neubauer mit viel Herzblut gespielte bayerische Bäuerin Marie und ihren autistischen Sohn funktionierte gleich auf mehreren Ebenen: Es war die von Regisseur Johannes Fabrick sensibel erzählte Geschichte über ein hochbegabtes, aber verhaltensgestörtes Kind, dem erst der richtige Arzt gerecht werden konnte, ausgezeichnet gespielt von Tim Bergmann. Es war aber auch die Story von der Emanzipation einer Frau aus der Provinz, die im fernen Berlin zu sich fand, sowie ein packendes Sittengemälde der späten sechziger Jahre, als ein frischer Wind durch die Republik blies.

Dass am Schluss aber auch wirklich jeder Handlungsstrang mit schierer Gewalt unter das Joch eines allumfassenden Happy Ends gezwungen wurde, trübte den guten Gesamteindruck jedoch.