Johanna Breede

Fotografische Highlights aus New York und Paris

Johanna Breede präsentiert "Highlights" aus ihrem Foto-Programm. Früher kam die Kundschaft zu ihr in die Villa Grisebach.

Dort baute Johanna Breede Ende der 90er Jahre den Fotobereich auf. Im Frühjahr 2009 wagte die tatkräftige Kunsthistorikerin dann den Sprung in die Selbstständigkeit. Schräg gegenüber der Villa in der Fasanenstraße empfängt die kompetent Patente seither Besucher in der eigenen Galerie für Fotokunst, Wand an Wand zu der für historischen Schmuck ihres Gatten Ulf Breede.

Für ihre neue Ausstellung hat sie ausgepackt, was ihr Programm an "Highlights" zu bieten hat: von Sibylle Bergemann bis Beat Presser. Stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Aufnahmen hängen an den Wänden, ausdrucksstarke Zeugnisse magischer Augenblicke. Im ersten Raum nehmen das alte Paris sowie New York für sich ein. Hannes Kilian fotografierte 1937 die Pariser Weltausstellung. Natürlich fehlt auch der Eiffelturm nicht.

In einer schrägen Untersicht hat der Stuttgarter Fotojournalist, den man als Theaterfotograf besser kennt, das Wahrzeichen aufgenommen. Eine andere Foto-Ikone ist bereits verkauft. Die Twin Towers, die der heute in Frankreich lebende, 88-jährige Amerikaner Louis Stettner 1979 poetisch dingfest machte. Die Zwillingstürme des World Trade Centers im Morgendunst mit einer einsamen Möwe im Vordergrund haben seit 2001 noch einmal ganz andere Symbolkraft.

Für 6100 Euro kam das Motiv, das in mehreren Abzügen existiert, unlängst im Auktionshaus unter den Hammer. Wer aufpasst und sich umschaut, konnte es nun für 3200 Euro bei Johanna Breede erwerben. Dort sind schon Aufnahmen ab 400 Euro zu entdecken. So das Porträt, das Stefan Moses 1964 vom Berliner Bildhauer Bernhard Heiliger in seinem Atelier anfertigte. Der digitale Schwarz-Weiß-Abzug zeigt eine eindrucksvolle Erscheinung in schwarzem Umhang.

Im zweiten Raum sind neben Porträts von Klaus Kinski, den Beat Presser 1977 und 1981 in Paris und Peru als Standfotograf von Werner Herzog begleitete, oder Peggy Guggenheim, die für Liselotte Strelow etwas steif vor einem ihrer Gemälde von Picasso posiert, weitere Höhepunkte versammelt. Ein heller "Löwenzahn" von Hannes Kilian entfaltet stille Strahlkraft vor schwarzem Hintergrund. Die Silhouette der Pflanze ist schön wie eine Sternschnuppe. Der großformatige Silbergelatineabzug auf Barytpapier aus den 80er Jahren kann den berühmten Pflanzenansichten Karl Blossfeldts durchaus das Wasser reichen.

Galerie Johann Breede , Fasanenstr. 69, Charlottenburg. Bis 12. Februar. Di-Fr 11-18 Uhr. Sa 11-16 Uhr.