TV-Kritik: Die Geissens (21.15 Uhr, RTL 2)

Prolliges Duo

Wer Daniela Katzenberger mag, wird Familie Geiss lieben: Der Millionärsclan um den Selfmademan Robert und seine Gemahlin Carmen, ihres Zeichens "Miss Fitness" des Jahres 1982, steht im Mittelpunkt einer Dokusoap über das Luxusleben der neureichen Sippe.

Das Paar kommt dabei als prolliges Duo mit Herz und vor allem Schnauze rüber - der blond gesträhnte Robert Geiss als eine Art Al Bundy mit Kohle, seine in Lederhose und Nietentop gezwängte Gattin als das vollbusige Gegenteil einer echten Lady. In der Auftaktfolge suchten die beiden ein Kindermädchen. Beim Ruhepäuschen in dem mit Erotikskulpturen geschmückten Garten seines Luxusdomizils ("Villa Geissini") in St. Tropez machte Papa Robert die Auswahlkriterien klar: "Große Ohren und kleine Hände." Dieses Nanny-Casting und andere Szenen wirkten zwar nicht authentisch, - doch dank der Mischung aus süffisantem Kommentar und Einblicken in den Alltag des niederen Geldadels ist die Seifenoper ebenso belustigend wie aufschlussreich.