TV-Kritik: Tatort: Platt gemacht (20.15 Uhr, ARD)

Cool inszeniert

Er hätte nur zwei Minuten früher aufhören müssen, dann wäre dieser Krimi in ungetrübter Erinnerung geblieben.

: Die Schlussszene mit der Band "Höhner", die ihre Berber-Hymne "Alles verloren" grölte, passte in ihrer Gefühlsduselei kaum zu dem schönen "Tatort", der zuvor jedes Sozialpathos dezidiert vermieden hatte. Und das war bei dieser Mischung - das Kölner Kumpelduo Ballauf und Schenk ermittelte unter Obdachlosen - eine kleine Meisterleistung. Der aus den USA stammende Regisseur Buddy Giovinazzo setzte die Ermittlungen in Suppenküchen und Schmuddelecken cool und karg in Szene, bebilderte sie mit Detailaufnahmen von dunklen Parkecken und kalten Antennenwäldern. Ein "Tatort" mit einer eigenen optischen Sprache, der nicht zuletzt von Gaststar Udo Kier lebte: Ohne seine Rolle zu überzeichnen, glänzte der Hollywoodschauspieler als Gentleman-Obdachloser, der sich als Millionenerbe entpuppte. Es war die raffinierte Auflösung eines milieuhaltigen Krimis.