Elektronische Medien auf dem Vormarsch

Nach 175-jähriger, wechselvoller Geschichte erhält die Universitätsbibliothek der Humboldt-Uni endlich ein eigenes und adäquates Gebäude.

Nach 175-jähriger, wechselvoller Geschichte erhält die Universitätsbibliothek der Humboldt-Uni endlich ein eigenes und adäquates Gebäude. Am 22. August um 14 Uhr erfolgt der erste Spatenstich für das zukünftige "Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum" zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Planckstraße im so genannten "Universitätsquartier Mitte" nördlich der Spree.

Damit wird ein beinahe 100-jähriges Untermietverhältnis mit der Staatsbibliothek beendet, die ihrerseits bereits im vergangenen Jahr die Räume für umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten wieder für sich beanspruchte. Bereits in den 60er Jahren sahen sich die damaligen Direktoren der Universitätsbibliothek, die damals noch in der Clara-Zetkin-Straße residierte, nach neuen Räumen um. Doch Versuche, einen entsprechenden Neubau in Mitte zu erhalten, scheiterten immer wieder: "Mit dem Grundstück an der Planckstraße haben wir jedoch den idealen Standort gefunden. In nur zehn Minuten ist die Bibliothek für die Studierenden der Humboldt-Universität zukünftig erreichbar", sagt Milan Bulaty, Direktor der Universitätsbibliothek.

Mit dem 75 Millionen Euro teuren Neubau, der jeweils zur Hälfte vom Bund und der Humboldt-Universität finanziert wird, soll das innovative Konzept fortgesetzt werden, das für das "Erwin Schrödinger-Zentrum", das in Zusammenarbeit mit dem Computer- und Medienservice in Adlershof bereits realisiert wurde: "Die traditionellen bibliothekarischen Leistungen werden sich auch in der Zukunft nicht grundsätzlich verändern. Sie werden aber in zunehmendem Maße auf elektronischen Medien basieren und dies soll sich in den Räumlichkeiten auch niederschlagen", erläutert Bulaty die Pläne des Schweizer Architekten Max Dudler. Auf einer Gesamtfläche von über 20 000 Quadratmetern werden moderne PC-Pools, öffentliche Videokonferenzplätze und ruhige, Glas überdachte Leseterrassen mit dem größten zusammenhängenden Freihandbestand Deutschlands (knapp zwei Millionen Bände) den Charakter einer öffentlichen wissenschaftlichen Bibliothek unterstreichen. Insgesamt sollen 1200 Arbeitsplätze entstehen. Ein Traum des Bibliotheksdirektors: eine 24-stündige Non-Stop-Nutzung. Dem steht nichts im Wege.

Beatrix Altmann