TV-Kritik: Legenden: Gert Fröbe (Montag, 16.8., 21 Uhr, ARD)

Beleibt und beliebt

Seinen internationalen Durchbruch feierte er 1964 als charismatischer Bösewicht "Goldfinger": Die Rolle des abgefeimten Gegenspielers von keinem Geringeren als James Bond machte Gert Fröbe weltberühmt.

Der von dem beleibten Sachsen gespielte Verbrecher ist einer der faszinierendsten Filmschurken aller Zeiten, weil Fröbe ihn nicht etwa als platte Karikatur eines Größenwahnsinnigen anlegte, sondern als schillernden Charakter mit zahlreichen Facetten - eine Meisterleistung, die Sean Connery als Agent im Dienste Ihrer Majestät fast blass aussehen ließ. Es hätte viel darüber zu erzählen gegeben in diesem Porträt über Gert Fröbe (1913 - 1988), das jetzt im Rahmen der ARD-Reihe "Legenden" gezeigt wurde. Fragt sich nur, warum Autor Michael Strauven die Chance verpasst hat und das Thema "Goldfinger" arg stiefmütterlich behandelte - was Fröbe aus der Rolle seines Lebens und vor allem was sie mit ihm gemacht hat, kam leider viel zu kurz. Dafür konzentrierte sich der Beitrag auf andere Themen rund um den begnadeten Schauspieler, die zwar auch interessant, aber eben nicht so spannend waren.