Urteil

Käßmann-Fahrt: Altkanzler Schröder scheitert mit Klage

Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist mit einer Klage gegen die "Hamburger Morgenpost" gescheitert. Schröder hatte nach der Berichterstattung über die Trunkenheitsfahrt der früheren Bischöfin Margot Käßmann den Abdruck einer Richtigstellung verlangt - mit dem Inhalt, dass er damals nicht Käßmanns Beifahrer war.

Das Hamburger Landgericht wies die Klage gestern ab (Az. 324 O 194/10). Einen Anspruch auf Berichtigung hätte Schröder nur bei einer "fortgesetzten Rufbeeinträchtigung" gehabt. "Zwar ist es zwischen den Parteien unstreitig geblieben, dass der Kläger bei der fraglichen Autofahrt nicht Beifahrer war", sagte Gerichtssprecher Conrad Müller-Horn. In den Berichten habe die Kammer aber keine "ansehensmindernden Elemente von erheblichem Gewicht" gesehen.

Da das Gericht klargestellt habe, dass Schröder nicht der Beifahrer war, sei es umso unverständlicher, die Zeitung keine Richtigstellung drucken zu lassen, teilte das Büro des Altkanzlers in Berlin mit. "Herr Bundeskanzler a.D. Schröder wird über seinen Anwalt Berufung einlegen." Hintergrund des Rechtsstreits: Ein Anwalt hatte nach Käßmanns Trunkenheitsfahrt in einem Internet-Blog geschrieben, er habe aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass Schröder ihr Beifahrer war. Dagegen ging der Altbundeskanzler per Unterlassungsabmahnung vor. Und darüber wiederum berichtete die "Hamburger Morgenpost am Sonntag".